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Digital ist besser?

"Digital ist Besser!" - mit diesem plakativen Albumtitel brannte sich die Band "Tocotronic" im Jahr 1995 erstmals in viele  Ohren und Hirne deutscher Independentfreunde ein. In dieser Zeit steckte die digitale Fotografie noch in den Kinderschuhen und die Regale in den Drogeriemärkten quollen über,  mit einer Vielzahl verschiedener fotografischer Filme. Auch wenn sich der auf dem gleichnamigen Album befindliche Song  'Digital ist besser' auf  digitale und analoge Zeitmessgeräte bezog, so trifft diese Aussage auch auf den fotografischen Bereich zu. Denn aus technischer Sicht, ist die digitale der analogen Fotografie mit Sicherheit überlegen. Bilder lassen sich sofort betrachten, leicht weiterverarbeiten und binnen kürzester Zeit in die ganze Welt verschicken. Zudem kostet jede analoge Aufnahme Geld, denn der Film und die Entwicklung wollen bezahlt sein. Vom mehr an Arbeitsaufwand ganz zu schweigen. Selbst die in modernen Telefonen verbauten digitalen Kameras haben ein größeres Auflösungsvermögen, als eine mit feinkörnigem Film bestückte professionelle Kleinbildkamera der prädigitalen Ära. Was ist es also nun bei diesen ganzen Nachteilen, was mich die analoge Fotografie der digitalen vorziehen lässt? Die Gründe dafür sind keine rationalen, sondern lassen sich eher auf der emotionalen Ebene finden. Es ist für mich jedes Mal ein Wunder, wenn ich den Film nach der Entwicklung ans Tageslicht hole und einen Hauch der aufgenommenen Augenblicke auf diesem kleinen Plastikstreifen niedergeschlagen wiederfinde. Diesen Moment kann mir die digitale Fotografie einfach nicht bieten. Zudem mag ich die eigene Ästhetik, die eine Aufnahme auf Film ausmacht. Das sogenannte Korn, aus welchem sich analoge Aufnahme zusammensetzten, das je nach Film, Aufnahmesituation und Filmformat unterschiedlich stark hervortritt, ist dabei ein wesentlicher Faktor. Der Bildlook wird bereits durch den eingelegten Film definiert und ich erhalte von diesem ein fertiges Bild, ohne anschließend in Photoshop noch die Dienste diverser Regler in Anspruch nehmen zu müssen.  

Die Nikon F2
Die Nikon F2

Ein weiterer Faktor, der mich zum analogen Gerät greifen lässt, ist das analoge Gerät selbst. Die Haptik  der betagten Gerätschaften ist einfach unvergleichlich. Man spürt bei jedem vorgenommenen Bedienvorgang die hochwertige Verarbeitung. Das Bild links zeigt die Nikon F2, die im Jahr 1971 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit der Anschaffung dieser Kamera begann im Jahr 2015 mein persönliches Revival der analogen Fotografie. Ich hatte die Kamera eigentlich nur erworben, weil ich mich in ihr Erscheinungsbild verguckt hatte.

Als sie jedoch in meinen Besitz übergegangen war, konnte ich kaum die Finger von ihr lassen, weil ihre Bedienung, das Gewicht und die gesamte Haptik mich derart in ihren Bann zog. Dieser Kamera wird nachgesagt, dass man mit ihr einen Nagel in die Wand schlagen kann und von diesem dann anschließend, mit ihrer Hilfe, noch ein Bild machen könnte. Wer eine solche Kamera in die Hand nimmt, dem wird der wahre Kern dieser Geschichte begreiflich.

Die mechanische Präzision, mit der Gerätschaften wie diese damals in Handarbeit gefertigt wurden, ließe sich heute nicht mehr kostendeckend produzieren. Meine Kamera stammt ca. aus dem Jahr 1977 und ist somit gute 40 Jahre alt. Wäre eine digitale Kamera nach einer solchen Zeit noch zu verwenden? Ich habe da große Zweifel, weil Dateiformate, Anschlüsse und Betriebssysteme doch einem größeren Wandel unterlegen sind, als analoge Filmformate.

Leider besitze ich keine eigene Dunkelkammer. Daher bin ich gezwungen, die Negative zu scannen. Die Herstellung der Abzüge erfolgt dann wieder auf richtigem Fotopapier, auf das der digitale scann aufbelichtet wird. Anschließend wird das Papier entwickelt und fixiert, wie es bei einem "echten" Abzug der Fall ist.

Sollte jemand  über die räumlichen Möglichkeiten zur Einrichtung einer permanenten Dunkelkammer (beheizbarer Kellerraum o.Ä. in der Region Mechernich) verfügen und bereit sein, diese gegen kleines Geld zu vermieten, kann sich dieser gerne bei mir melden.